Die geplante Privatisierung des Bahnhofsvorplatzes schlug im April und Mai des letzten Jahres hohe Wellen. Obwohl SeniorInnenvertretung, Skater und Skaterinnen, viele Bürgerinnen und Bürger sowie die linke Beiratsfraktion sich gegen eine Bebauung aussprach, knickte das Stadtteilparlament ein und befürwortete eine Umgestaltung mit Beton. Die Mehrheit der Stadtbürgerschaft sprach sich ebenfalls dafür aus.
Seit den 90er Jahren betreibt der Senat den Verkauf des Bahnhofsvorplatzes, des sogenannten „Investoren-Grundstücks“.
Damit soll einer der zentralen Plätze Bremens, etwa 5.000 qm, der sich in öffentlicher Hand befindet, privatisiert und komplett zugebaut werden.
Ein Verkauf des Grundstücks würde zu einer Hochhaus-Bebauung im direkten Sichtfeld des Bahnhofs führen. Ein Bedarf nach zusätzlichen Büroflächen ist derzeit ohnehin nicht zu erkennen – so stehen in mehreren Hochhäusern in der Umgebung Büroflächen in erheblichem Umfang seit Jahren leer. Mit der Hochhausbebauung bereitet sich eine „Bremen 21“-Situation vor. Die zugrundeliegenden Planungen sind allesamt uralt, die Beteiligungsprozesse liegen teilweise 14 Jahre zurück. Gehandelt wird ausschließlich aus Verwertungsinteresse, dem das öffentliche Interesse einer Gestaltung mit breiter BürgerInnenakzeptanz nachgeordnet wird.
Die jeweiligen Ausschreibungen verliefen ergebnislos. Bisher. Aus dem Stadtamt hört man, dass das Grundstück nun verkauft worden sei. Die Öffentlichkeit ist jedoch nicht informiert. Niemand weiß, wann ist das sogenannte ‚Investoren-Grundstück‘ auf dem Bahnhofsvorplatz an wen zu welchem Preis verkauft worden ist, wann Baubeginn auf dem Grundstück sein soll und in welcher Weise der Beteiligungsprozess hinsichtlich der architektonischen Gestaltung ab läuft.
DIE LINKE wird auf der kommenden Stadtbürgerschaftssitzung diese offenen Fragen in der Stadtbürgerschaftssitzung thematisieren.
Die Fragen können Sie hier einsehen.
mh