2. Januar 2016

Wir werden Dich vermissen!

Foto: N. Schepers

Doris Achelwilm und Felix Pithan, beide Landessprecherinnen der Bremer LINKEN: "Leider mussten wir als Landesverband kurz vor Jahresende einen großen Verlust verkraften. Am 31. Dezember 2015 erfuhren wir, dass unser langjähriger Genosse und Freund Gerd Arndt in seinem Stadtteil Hemelingen verstorben ist. Plötzlich und unerwartet, viele hatten ihn kurz zuvor noch auf der Kreisverbandsfeier Mitte-Ost gesehen und gesprochen. Wir sind fassungslos und voller Trauer. Gerd war immer da und wird überall fehlen. Bei uns, im SoVD, im Bürgerhaus Hemelingen, im Beirat und an den vielen anderen Stellen, wo er gewirkt hat."

Der Leiter des Regionalbüros Bremen der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Initiative e.V., Norbert Schepers, schrieb einen Nachruf, den wir hier, mit seiner freundlichen Genehmigung, veröffnetlichen:

Zwischen den Feiertagen ist am 30. Dezember 2015 überraschend Gerhard „Gerd“ Arndt im Alter von 76 Jahren verstorben. Gerd war langjähriges Mitglied der Rosa-Luxemburg-Initiative; noch länger war er in der Bremer Linkspartei aktiv. Der gelernte Bauzeichner hat sich intensiv und mit Herzblut in der Bremer Landes- und Kommunalpolitik engagiert, vor allem in den Bereichen Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt.

Für die Bremer Partei DIE LINKE war Gerd Arndt 1999 bis 2003 und seit 2007 Mitglied im Beirat Hemelingen; für die Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft war er 2009 bis 2015 Deputierter für Bau und Verkehr.

Gerd engagierte sich in dem Stadtteil, in dem er lebte. Er war erster Vorsitzender des SoVD (Sozialverband Deutschland) Hemelingen-Arbergen und Mitglied im Stadtbezirksvorstand der Gewerkschaft IG BAU. Und noch einiges mehr, das Andere besser berichten können.

Der unerwartete Tod hat viele seiner MitstreiterInnen und FreundInnen fassungslos hinterlassen. Auch darin zeigt sich die Lücke, die ein Mensch hinterlässt.
Neben all dem Engagement bleibt ein Mensch in Erinnerung, der Anteil nahm. Gerd zeigte seine solidarische Mitmenschlichkeit nicht zuletzt auch in den alltäglichen Konflikten, in denen er immer ansprechbar blieb für gute Argumente und notwendige Kompromisse.
Und was zu den schönsten Dingen gehört, die man über einen Toten sagen kann: Er hat Menschen helfen können. Einiges habe ich selbst erlebt.

Eine kleine, persönliche Erinnerung an meinen Freund Gerd, die ich liebgewonnen habe: Eine Abendveranstaltung, die ich 2011 für die Rosa-Luxemburg-Initiative moderieren sollte, aber keine Kinderbetreuung für meinen dreijährigen Sohn. Gerd sprang sehr kurzfristig ein und mein Sohn saß im Hintergrund des Raumes zwei Stunden vergnügt und zufrieden bei ihm auf dem Schoß, bis der Referent uns grinsend alle nach Hause schickte…